
Der Self-Rescue beim Kitesurfen ist die wichtigste Sicherheitstechnik überhaupt: Du bringst Dich allein wieder an Land, wenn der Wind einschläft, Material versagt oder Du zu weit draußen bist. Klingt dramatisch, ist aber Routine, wenn man es einmal gelernt hat. Hier kommt der Self-Rescue ruhig und Schritt für Schritt erklärt.
Wann Du den Self-Rescue brauchst
Typische Situationen: der Wind schläft ein und der Kite fliegt nicht mehr, eine Leine reißt, oder Du hast Dich zu weit vom Strand entfernt. In all diesen Fällen gilt: nicht in Panik geraten. Du hast mit Kite und Board genug Auftrieb, Zeit ist auf Deiner Seite, solange Du ruhig bleibst und systematisch vorgehst.
Schritt 1: Kite sichern und Ruhe bewahren
Zieh den Depower voll und leg den Kite kontrolliert aufs Wasser. Atme durch. Der Kite schwimmt, Du schwimmst, nichts passiert überstürzt. Verschaff Dir einen Überblick: Wo ist der Strand, wie ist die Strömung, treibt Dich der Wind in eine bestimmte Richtung?

Schritt 2: Leinen aufwickeln
Zieh Dich an einer Frontleine zum Kite, das geht leichter, als selbst zu schwimmen. An der Bar angekommen wickelst Du die Leinen ordentlich auf die Bar, damit sich nichts verheddert. Sauberes Aufwickeln ist der halbe Self-Rescue.
Schritt 3: Den Kite zum Schwimmkörper bündeln
Jetzt rollst Du den Kite von einer Seite her ein und hältst ihn als Paket fest. So wird aus dem Schirm ein Schwimmkörper, an dem Du Dich festhalten und treiben lassen kannst. Bei auflandigem Wind treibt Dich der gebündelte Kite oft schon Richtung Strand.
Schritt 4: Zurück an Land
Mit Board unter dem Arm und gebündeltem Kite schwimmst oder treibst Du ruhig zum Ufer. Hilft Dir der Wind, kannst Du den halb entrollten Kite sogar als kleines Segel nutzen. Brauchst Du Hilfe, gib das international verständliche Notsignal: ein Arm gestreckt über dem Kopf, mehrmals winken. Spar Deine Kraft ein, hetze nicht.

Üben, bevor Du es brauchst
Den Self-Rescue lernt man nicht im Ernstfall, sondern vorher, in Ruhe und in stehtiefem Wasser. Genau das ist Teil eines guten Kurses, und an den flachen Ostsee-Revieren kannst Du es gefahrlos üben, bis es sitzt. Ein Grundkurs bringt Dir Sicherheit von Anfang an, und die häufigsten Anfängerfehler kennst Du dann auch schon.
